Können Journalisten denken?

Eine Fallstudie in vielen lustigen Beispielen

„Können Journalisten denken?“ ist eine Revue, sozusagen von lauter besonders „schlechten“ Kabarettnummern. Einige mit ein bißchen Mathematik, die meisten mit viel klassischer Musik, wie bei Dietrich „Piano“ Paul zu erwarten, der der tiefen Überzeugung ist: in einem pfiffigen mathematischen Beweis oder einer elegant gebauten Bachfuge steckt mehr Witz und Geist, Brillanz und „Gemütsergötzung“, Unterhaltung und gute Laune als in drei Comedysendungen im Fernsehen hintereinander.

Diese besonders „schlechten“, aber beim Publikum beliebten Nummern werden kurz und knackig mit profunden Kommentaren der deutschen Qualitätspresse konfrontiert. Die Nummern sind witzig, die Kommentare komisch, das Ganze also durchweg lustig.

Dieses Programm ist keine Medienschelte, sondern eine vergnüglich-spöttische Revue, die die Medienkonsumenten (und das sind wir alle) gut unterhalten, aber auch, nicht nur im Umgang mit Super-RTL, sondern auch und gerade mit den „seriösen“ Medien sensibilisieren und vorsichtiger machen soll.

Und das alles zeigt (kritisches Kabarett ist ja aufklärerisch): Nur eine Zeitung zu lesen, informiert nicht über die Welt. Mindestens zwei sind nötig! Aber am besten: selber hinschauen, selber denken, selber urteilen.

PISA Bach Pythagoras

Vergessen Sie alles, was Sie von Comedy und Kabarett gewohnt sind. Dr. Dietrich Paul, Mathematiker, Musiker und Kabarettist, greift ein wirkliches Problem unserer Zeit auf (Stichwort Schule und die deutsche Bildungsmisere), das uns alle via Schule, Studium und beruflicher Karriere noch lange auf Trab halten wird. Er geht die wirklichen Ursachen an, da wo es wirklich weh tut: unsere Neigung, neueste Technik gerne zu benutzen, aber die Naturwissenschaften in Schule und Öffentlichkeit möglichst an den Rand zu drängen.

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Dr. Paul packt den Stier entschlossen bei den Hörnern - bekanntlich soll Kabarett ja provozieren und Kunst weh tun - und demonstriert, daß unsere Unlust, dicke Bretter zu bohren, tatsächlich ein grandioser Lust-Verlust ist, daß nichts mehr Spaß macht als prickelnd-brillantes Denken.

Kabarett einmal ganz anders, aber wie immer bei Dietrich „Piano“ Paul: zwei Stunden Spaß auf höchstem Niveau, sophisticated und geistreich im Inhalt, mit leichter Hand erfrischend und sympathisch unprätentiös präsentiert.

Ein höchst überraschendes und vergnügliches Kabarett über das Verpönteste und "Ungeilste", was Kunst und Wissenschaften so zu bieten haben: die Mathematik und die musikalische Fuge, beide der Schreck der Schüler und des Publikums und nicht umsonst miteinander verwandt.

Schauen Sie sich's an! Dieses Programm kuriert beherzt den Zeitgeist und ist gleichzeitig die amüsanteste und witzigste Werbung für die verblüffenden Freuden des mathematischen Denkens (keine Panik! Die schwierigste Formel ist a2 + b2 = c2) und für die verblüffenden Feinheiten gediegener klassischer Musik.

Eine brillante und treffende, überraschende und höchst unterhaltsame Kunst der Fuge und Kunst der Formel.

Lustig

Ein originelles und auch dringend nötiges Plädoyer für einen anderen und wirklich lustigen Humor - mit erstaunlich kritischen Konsequenzen. Dietrich „Piano“ Paul lebt ihn: Den Humor, der ohne politische Besserwisserei und Kindergeburtstagsgekasper auskommt. Man vergleiche dazu nur den heftigen, auch von der Presse lustvoll angeheizten Kabarett-versus-Comedy-Disput zum Stichwort “Scheibenwischer”-Nachfolge.

Dietrich Paul orientiert sich letztlich an einer spielerischen Leichtigkeit, verblüffenden Eleganz und intellektuellen Brillanz. Paul wäre nicht Paul, wenn er nicht Parallelen des wirklichen Humors zu den Kompositionen polyphoner Musik und zu brillanten mathematischen Beweisen fände. Keine Angst: Seine Ausflüge in die Wissenschaft tragen zur Erheiterung bei.

Das alles, wie immer amüsant und eloquent, mit Witz und Charme, mit vielen vergnüglichen und musikalischen Beispielen am Flügel und (was sein muß, muß sein) am herrlich altertümlichen Overhead-Projektor dargeboten. (Wobei die Mathematik hier natürlich bedeutet: nur Plus- und Malrechnungen, womit sich ja auch schon trefflich “mathematisch unterhalten” läßt). Auch diesmal wieder eines der Kabarettprogramme, über die ein gescheiter Kritiker einmal formulierte:

“Beim Piano-Paul amüsiert man sich auf Niveau”.

Viel Vergnügen!